Shakta-Tantra kommt aus Indien und entwickelte sich im Kontext des Hinduismus und des Buddhismus, reicht aber mit seinen Wurzeln weit in die vorvedische Zeit zurück. Es entstand vermutlich in einer matriarchalen Stammeskultur, zentrales “Objekt” der Verehrung, und Gegenstand der Kultivierung – ist in dieser Tradition die Shakti (Energie allgemein, als Kundalini Shakti im Körper, als Göttin, als auch in ihrer konkreten Ausprägung in Gestalt der Frau). – Im Gegensatz zum Shivaismus, wo das männliche Prinzip im Fokus ist.

Das Ziel ist ein glückliches und erfülltes Leben für Männer und Frauen. Wie auch im (Mahayana, bzw. Zen) – Buddhismus und vielen anderen traditionellen Übungswegen wird dieses Ziel durch konsequentes Training angestrebt und erreicht. Der Unterschied liegt in den ausgeübten Praktiken, diese sind im Shakta-Tantra von großer Vielfalt und betreffen, oder trainieren, alle Stufen des achtfachen Yoga-Weges. Oder nochmal anders formuliert: Shakta-Tantra ist Kundalini-Yoga.

Es geht um das Erreichen der Einsicht, daß “Ich” nicht getrennt bin von allem anderen, sondern daß die ganze Welt “mein Körper” ist. Diese Einsicht soll hier eine ganzheitliche sein, somit muß sie Körper, Seele, und Geist gleichermaßen durchdringen. Dieses Wissen soll zugleich erlösend sein, und wird den Menschen des Weges tiefer und tiefer erfüllen.

Shakta-Tantra gehört zu der Advaita Vedanta (A-dvai, nicht-zwei) Traditionen im Hinduismus.

Es gibt einen englischen und einen deutschen Wikipedia Artikel zu “Shaktismus”, mit wissenswerten Informationen über seine Geschichte. Der deutsche Artikel hat sogar einen Abschnitt über Shakta-Tantra.

Ich habe von September 2005 bis Mai 2011 bei einem indischen Yogi, welcher damals in Wien lebte, viele Techniken aus den ersten drei Sadhanas lernen und üben dürfen.

Es ist mein Anliegen, die wertvollen Schätze dieser Tradition, soweit ich selbst sie erfahren habe, an interessierte und motivierte Menschen weiterzugeben.