Also erstmal ist für mich die sexuelle Natur eines befreiten Menschen ein ziemliches Faktum. Befreit heißt auch, frei ja oder nein sagen zu können zu Sex. Der Weltkontakt kommt aus der Yoni und aus dem Lingam.

Die Entscheidung (bzw. was *stimmt* gerade oder nicht) liegt beim Einzelnen.

Wenn man in fester Beziehung ist, so sehe ich da unterschiedliche Momente in der Dynamik. Libido-Dynamik.

Wenn beide voll erfüllt sind mit der Sexualität der Partnerbeziehung, dann ist das der beste Ort für Ausflüge. Erfüllte Sexualität heißt ja, erfüllt sein in der Liebe, ganz sehen und gesehen werden, den anderen (und seine Wünsche) quasi als erweitertes Selbst *erleben*!! Dann kann Dich der Partner sehen in Deinem Wunsch es mit wem anderen auch sehr sehr schön zu haben, ohne daß ihm das im Herzen weh tut. Weil er Deinen Wunsch als seinen spüren kann.

Aber in dieser vollen Erfüllung gibt es womöglich sehr wenig Drang, mit wem anderen zu schlafen.

Lieben heißt immer den anderen *ganz* zu sehen, sehen zu können und zu wollen. Und letztlich EINS zu sein.

Schwieriger wirds, wenn das (noch?) nicht gegeben ist, wenn die Libido des einen nicht mit der Libido (oder der Fähigkeit oder dem Wollen, sich sexuell zu öffnen) des anderen zusammenpasst. Dann wird der Partner, dem es zuwenig (quantitativ & qualitativ) “sexuelle Beziehung” gibt (und ich meine hier auch einfach nur den energetischen Flow – Mit-Sein und Sehen und Gesehen Werden mit) – in seiner Unbefriedigtheit offener für Auswärtskontakte.

Heißt für mich auch irgendwie, der “müdere” Partner wird dann auch vor die schmerzhafte Tatsache gestellt, mit seinem Liebsten nicht teilen zu können (oder zu wollen) was diese(r) sich für eine erfüllte Beziehung ersehnt.

Darin liegt ein Wesenszug dieses Eifersuchtsschmerzes in meiner Wahrnehmung. (klar, den kenn ich auch von mir).

“Die Menge macht das Gift” – gilt finde ich auch für Schmerzen, die man sich in jeder Partnerschaft zufügt. Und zufügen muß! Weil jeder wächst heraus aus alter Enge. In richtiger Dosierung kann jeder Schmerz Medizin sein!

Ein zweiter Zug ist schon auch der, da wäre ich, wäre bereit mit meiner Partnerin zu sein, zu schlafen, aber sie geht lieber woanders hin. Also ich könnte es geben und teilen, es wird aber nicht mit mir gelebt. Aber auch hier tät helfen: Ach ich weiß ja wie sehr Du die/den magst, und ich weiß eh, ich hab Dich morgen wieder …

Egal ob man monogam oder polygam lebt, Probleme kommen immer aus einem Herzen, das nicht in Gott ruht. Kein Vertrauen ins Leben, in sich selbst, abgetrennt von der Erfahrung, daß alles da ist was man braucht. Daher sollten wir unsere Leben darauf ausrichten, daß sie möglichst geradeaus dieser Verwirklichung zulaufen, nicht nur unserer eigenen sondern auch derer die wir lieben. Die Frage bleibt dann noch, gehen beide Partner da echt in die gleiche Richtung, und auch wenn dem so ist, weigert sich da einer hartnäckig, weitere Schritte zu gehen?

Zazen ist nur dann falsch, wenn wir dadurch jemandem unsere tätige Hilfe in diesem Moment verweigern. Sonst immer gut.

Und frei und unschuldig zu lieben und die Wunderbarkeit anderer Menschen zu feiern, wohl das Schönste was wir hier in diesem Leben erleben können. Befreite Liebe also ..

“Das Wichtigste ist, herauszufinden, was das Wichtigste ist.” (Shunryu Suzuki)