Theorie

Zur Theorie von Shakta-Tantra viel zu schreiben, ist auf der einen Seite sehr widersinning, weil es sich um einen Weg der Praxis handelt. Auf der anderen Seite ist es gerade für uns “Westler” mit einem anderen theoretischen “Unterbau” wichtig, zu wissen, warum man überhaupt üben und sich bemühen sollte.

Die zwei Gleise: Karma Kanda und Upasana Kanda

Karma (Handlung) und Kanda (Teil) — gemeint ist hier der Teil der Praxis, den man für sich alleine tut. Es geht im Wesentlichen um tägliche Yoga-Praxis, für die jede/r Übende voll eigenverantwortlich ist.

Upasana Kanda ist der Ritual-Teil. Gewöhnlich werden die Rituale jeweils von zwei gegengeschlechtlichen Praktizierenden durchgeführt. Um das Ritual durchführen zu können, sind die durch Übung von Karma Kanda erworbenen Fähigkeiten notwendig.

Achtfacher Yoga-Pfad

Ganz grundsätzlich gehören alle Bereiche des achtfachen Yogapfades in die Übung von Shakta-Tantra hinein. Sie sollten nicht als “Stufen” gesehen werden, die man hinter sich läßt wenn man zur nächsthöheren aufsteigt, sondern als Teile von denen jeder seinen Platz und seine Wichtigkeit hat. Also in dem Sinne, wie es man sich regelmäßig wäscht, und genauso auch regelmäßig isst oder arbeitet. Diese Stufen sind:

  1. Yama: sinnvoller Lebenserwerb und Lebensführung
  2. Niyama: Wissen um den Weg und die Übungen, wozu macht man das und so.
  3. Asana: Körperhaltungen, um Shtiti (Stabilität) zu erlangen
  4. Pranayama: Erweiterung des Atems (in 3 Hinsichten — schnell, tief, Atem anhalten)
  5. Pratyahara: Bewußtwerdung der Sinne (6 — feeling body, thinking mind)
  6. Dharana: “konzentrative Versenkung” -> mit Objekt
  7. Dhyana: Verschmelzung und Einswerden (dhyana – chan – zen)
  8. Samadhi: Völlige Einheit der Seele mit dem göttlichen Bewußtsein und Seligkeit.

Die hinterlegten Links zu Wikipedia Artikeln sind sehr lesenswert.